Golfregeln

Beim Golf geht es darum, einen Golfball von mindestens 42,67 mm Durchmesser und einem Höchstgewicht von 45,93 Gramm mit möglichst wenig Schlägen von einer als Tee (bzw. Teebox oder Abschlag) bezeichneten Fläche in Übereinstimmung mit den Golfregeln in ein 10,8 cm durchmessendes und meistens mehrere hundert Meter entferntes, kreisrundes Loch zu spielen. Der Golfplatz umfasst in der Regel 18 Löcher bzw. Spielbahnen, so dass Gesamtlängen von mehr als 7.000 Meter für Herren keine Seltenheit sind.

Kann ein Golfball nicht regelgerecht gespielt werden, weil er z.B. im Gelände nicht mehr gefunden werden kann, oder eine unbespielbare Lage hat, so sehen die Golfregeln bestimmte Möglichkeiten der Fortsetzung des Spiels vor, dies jedoch in den meisten Fällen unter Zurechnung von Strafschlägen. Die Summe der Schläge bis zum Einlochen des Balles (Golfschläge + Strafschläge), wird Score genannt und auf einem vorgefertigten Ergebniszettel, der sogenannten Scorekarte, notiert.

Golfregeln

Geschichte der Golfregeln

Die ersten schriftlich niedergelegten Golfregeln stammen aus dem Jahr 1744 von den Gentlemen Golfers of Leith. Die modernen Golfregeln haben ihren Ursprung jedoch in dem 1754 gegründeten Royal & Ancient Golf Club of St Andrews (R&A). Heute werden sie gemeinsam von R&A und USGA herausgegeben. Die aktuelle Fassung gilt vom 1. Januar 2008 bis Ende 2011 und führte eine Reihe von Änderungen ein, die vorwiegend der Klarstellung und Vereinheitlichung dienen.

Eine Besonderheit im Golf ist das sehr große und weitgehend natürlich belassene Spielfeld (der sogenannte Golfplatz), sodass die Regeln eine Vielzahl von denkbaren Situationen abdecken müssen. Aus diesem Grund ist das Regelwerk umfangreicher als das der meisten anderen Sportarten, und auch erfahrene Spieler sind gelegentlich unsicher, welche Regel in einem bestimmten Fall anzuwenden ist.

GolfregelnJeder nationale Golfverband (in Deutschland der DGV) hält zu diesem Zweck eine Expertenkommission vor, die strittige Regelfragen beantwortet, sofern sie den Sachverhalt für eindeutig hält. Ist das nicht der Fall, so wird letztlich die R&A bzw. die USGA um eine sogenannte "Decision" gebeten, also eine offizielle Regelauslegung. Wie die Golfregeln selbst werden auch die Decisions veröffentlicht (auf mittlerweile mehr als 800 Seiten), jedoch haben sie eine vergleichsweise geringe praktische Relevanz, da sie hauptsächlich Sonderfälle behandeln.

Golfetikette

Die Golfetikette umschreibt das sportliche Verhalten auf dem Golfplatz und umfasst geschriebene und ungeschriebene Regeln. Bei wiederholter Nichtbeachtung der Etikette kann ein Spieler disqualifiziert werden. Die Einhaltung dieser Regeln soll die Sicherheit aller Spieler gewährleisten, sowie ein flüssiges und sportlich faires Golfspiel ermöglichen und den Platz optimal schonen.

Sicherheit
Vor einem Schlag oder Übungsschwung muss sich der Spieler vergewissern, dass niemand nahe bei ihm oder sonstwie so steht, dass ihn Schläger, Golfball oder irgend etwas (wie Steine, Sand etc.), das bei Schlag oder Schwung aufgewirbelt wird, treffen könnten. Die Golfetikette ist sehr wichtig für ein harmonisches und problemloses Miteinander der Golfer und Nichtgolfer. Der englische Ruf "FORE" zeigt dem Golfer an, dass er von einem fliegenden Golfball gefährdet ist. Am besten sollte man den Kopf nach unten nehmen und die Hände schützend über seinen Kopf halten. Es gibt immer wieder Unfälle durch fliegende GolfbälleGolfbälle, die zu Verletzungen oder sogar zum Tode führen.

Rücksicht auf andere Spieler
Gegner oder Mitbewerber setzen ihren Ball nicht auf, bevor der Spieler, dem die Ehre zusteht, abgeschlagen hat. Niemand darf sich bewegen, sprechen oder dicht bei bzw. in gerader Linie hinter Ball oder Loch stehen, wenn ein Spieler den Ball anspricht oder einen Schlag spielt. Mitspieler und Golftaschen stehen immer gegenüber dem Spieler. Seitlich oder hinter dem Rücken des Spielers ist störend und behindert die Konzentration. Auch auf dem Abschlag sollte keine Golftasche abgestellt werden. Spieler dürfen erst spielen, wenn andere Golfer vor ihnen außer Schlagweite sind. Spieler dürfen nicht in die Puttlinie des Mitspielers oder Gegners treten (Puttlinie = Linie zwischen Ball und Loch).

Spieltempo und Vorrecht auf dem Golfplatz
Sofern nicht anders geregelt wird das Vorrecht auf dem Platz durch das Spieltempo der Spielergruppen bestimmt. Verliert ein Flight (so nennt man eine Gruppe gemeinsam spielender Golfer) den Anschluss an die vorangehende Gruppe, d.h. wenn mehr als eine Spielbahn frei bleibt, oder ist abzusehen, dass dies so sein wird, muss eine nachfolgende schnellere Gruppe unaufgefordert durchgelassen werden. Der Begriff "Gruppe" schließt Einzelspieler mit ein.
Auf den meisten Plätzen wird allerdings durch Platzregeln festgelegt, dass ein einzelner Spieler keine Vorrechte hat, sondern jedem anderen Flight Platz machen muss. Zudem ist oft festgelegt, dass Zweier-Flights Vorrecht vor Dreier-Flights haben und diese wiederum vor Vierer-Flights. An Wochenenden ist diese Reihenfolge – ebenfalls durch eine Platzregel festgelegt – dann umgekehrt. Jeder Flight, der eine volle Runde absolviert, hat Anspruch, dass er von Flights, die nur abgekürzte Runden spielen (Quereinsteiger) unaufgefordert durchgelassen wird.
Spieler, die einen Ball suchen, müssen dem nachfolgenden Flight unverzüglich ein Zeichen zum Überholen geben, wenn der gesuchte Ball nicht sogleich zu finden ist. Sie dürfen nicht zunächst fünf Minuten suchen, bevor sie überholen lassen. Ihr Spiel dürfen sie erst fortsetzen, wenn der nachfolgende Flight "durchgespielt" hat und außer Reichweite ist. Wenn ein Flight zu Ende geputtet hat, soll er so schnell wie möglich das Green verlassen und das Spielergebnis erst am nächsten Abschlag aufschreiben. Es ist nicht erlaubt, auf dem Platz mit mehreren Bällen zu spielen.

Schonung des Platzes
Bei Probeschwüngen ist jede Beschädigung des Platzes – vor allem der Abschläge – durch Herausschlagen von Rasenstücken (Divots) zu vermeiden. Im Sandhindernis müssen alle Unebenheiten und Fußspuren mit der dafür vorgesehenen Bunkerharke eingeebnet werden. Herausgeschlagene Divots müssen wieder zurückgelegt und festgetreten werden.
Auf dem Grün müssen die Einschlaglöcher des Balls (Pitchmarke) und Schäden durch Spikes mit Hilfe einer Pitchgabel ausgebessert werden (letztere dürfen allerdings erst nach Beenden des Loches repariert werden). Die Fahnenstange muss wieder ins Loch zurückgesteckt werden. Es ist darauf zu achten, dass der Lochrand nicht beschädigt wird. Die Golftaschen dürfen nicht auf das Green gelegt werden. Es ist auch nicht erlaubt, das Green mit dem Caddywagen zu überqueren.

Örtliche Platzregeln
Eine Platzregel ist eine örtliche Vorschrift z. B. über die Benutzung von Golfwagen oder die Verhaltensweise bei Biotopen sind streng zu befolgen. Diese variieren von Platz zu Platz.


Interessante Adressen für Golfer:

Bestgolf-Magazin, Golf 4 Biz, Golf App, Android Apps, Pitchmarke